Anschlüsse für Großgeräte: Herd, Durchlauferhitzer und Wärmepumpe
Geräte mit hoher Leistung hängen nicht an einer normalen Steckdose. Herd, Durchlauferhitzer und Wärmepumpe brauchen einen eigenen Stromkreis, der auf ihre Leistung ausgelegt ist, und meistens Drehstrom, also den Anschluss an mehrere Außenleiter. Was genau nötig ist, steht im Datenblatt des Geräts. Deshalb gehört das Datenblatt an den Anfang des Gesprächs und nicht ans Ende.
Warum Drehstrom
Ein einzelner Außenleiter kann nur eine begrenzte Leistung übertragen, ohne dass die Leitung unzulässig warm wird. Bei Drehstrom verteilt sich die Leistung auf mehrere Leiter, sodass größere Geräte betrieben werden können, ohne dass der Querschnitt ins Unhandliche wächst. Das ist der Grund, warum der Herd anders angeschlossen wird als die Kaffeemaschine, obwohl beide Wärme erzeugen.
Für Sie ist dabei vor allem wichtig: Ein Drehstromanschluss lässt sich nicht durch eine Steckdose ersetzen und nicht mit einem Adapter herstellen. Wenn das Gerät ihn braucht, muss eine passende Leitung gelegt werden, und deren Weg bestimmt den Aufwand.
Der Herdanschluss
Der Anschluss des Herds erfolgt fest, nicht über einen Stecker, und die Anschlussdose sitzt an einer definierten Stelle hinter dem Gerät. Bei getrennten Geräten, also Kochfeld und Backofen an verschiedenen Orten, ändert sich die Planung: Dann braucht es zwei Anschlusspunkte, und wo welcher liegt, muss vor dem Fliesen feststehen.
Ein häufiger Stolperstein ist die Kücheninsel. Dort ist der Anschluss nur möglich, wenn vorher eine Leitung durch den Estrich gelegt wurde. Wird die Insel erst in der Küchenplanung beschlossen, ist der Estrich meist schon drin. Sagen Sie es deshalb so früh wie möglich, spätestens beim Rohbau.
Durchlauferhitzer und andere Wärmeerzeuger
Elektrische Durchlauferhitzer gehören zu den Geräten mit der höchsten Leistungsaufnahme im Haushalt, weil sie Wasser in dem Moment erwärmen, in dem es fließt. Entsprechend dick ist die Leitung, und entsprechend genau muss geprüft werden, ob der Hausanschluss das trägt. Beim Austausch eines vorhandenen Geräts gegen ein stärkeres ist genau diese Prüfung der Punkt, an dem es scheitern kann.
Wärmepumpen sind ein eigener Fall: Sie laufen lange und werden häufig über eine Steuerung eingebunden, damit der Netzbetreiber sie in Spitzenzeiten kurzzeitig reduzieren kann. Dafür gelten Anmeldepflichten und besondere Anforderungen an die Schutztechnik. Das gehört in die Planung, nicht in die Inbetriebnahme.
- Datenblatt des Geräts vor der Planung besorgen
- Prüfung, ob der Hausanschluss die Leistung trägt
- Eigener Stromkreis mit passendem Querschnitt
- Passende Schutzeinrichtung je nach Gerätetechnik
- Anmeldung beim Netzbetreiber, wo erforderlich
- Anschlussposition vor dem Fliesen festlegen
Was den Aufwand bestimmt
Wie teuer ein Großgeräteanschluss wird, entscheidet fast immer der Weg von der Verteilung zum Gerät. Liegt der Verteiler im selben Raum, ist es einfach. Muss die Leitung durch das Haus, durch Geschosse und um tragende Wände herum, wächst der Aufwand. Dazu kommt, ob in der Verteilung noch Platz für die zusätzliche Absicherung ist.
Manchmal ist die Lösung nicht die dickere Leitung, sondern das kleinere Gerät. Ein anderes Modell mit geringerer Leistungsaufnahme kann einen Anschluss überflüssig machen, der sonst durch das halbe Haus geht. Ein guter Betrieb rechnet Ihnen beide Wege vor.
Fazit
Großgeräte brauchen eigene, passend bemessene Stromkreise, und das Datenblatt entscheidet, wie diese aussehen. Klären Sie die Leistungsfrage vor dem Kauf, legen Sie Anschlusspositionen vor dem Fliesen fest, und denken Sie an die Kücheninsel, solange der Estrich noch nicht liegt.