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Elektroinstallation im Bad: Was in Feuchträumen gilt

Im Bad richtet sich die Elektroinstallation nach dem Abstand zum Wasser. Rund um Wanne, Dusche und Waschbecken gelten abgestufte Schutzbereiche: Direkt in und über der Wanne ist praktisch nichts zulässig, im Nahbereich nur besonders geschützte Betriebsmittel, und erst mit wachsendem Abstand entspannen sich die Anforderungen. Diese Abstufung ist der Kern der Planung und der Grund, warum die Steckdose nicht überall hin darf.

Das Prinzip der Schutzbereiche

Die Idee ist einfach: Wo Wasser steht oder spritzt, darf keine Spannung erreichbar sein. Deshalb wird der Raum gedanklich in Zonen um die Wasserstellen gelegt. Im Inneren der Wanne und unmittelbar darüber ist Elektrik grundsätzlich tabu. Im angrenzenden Bereich sind nur bestimmte, besonders geschützte Betriebsmittel zulässig, etwa fest angeschlossene Leuchten mit passender Schutzart. Weiter außen wird es freier.

Für Sie heißt das praktisch: Die Position von Wanne, Dusche und Waschbecken bestimmt, wo Steckdosen und Schalter sitzen können. Deshalb gehört die Elektroplanung im Bad zusammen mit der Sanitärplanung gemacht und nicht danach. Wer die Dusche später verschiebt, verschiebt womöglich auch die Zulässigkeit einer bereits gesetzten Steckdose.

Was im Bad nicht fehlen darf

Fehlerstromschutz ist im Bad selbstverständlich, und der Potentialausgleich ist es ebenfalls. Er verbindet die leitfähigen Teile im Raum, damit zwischen ihnen keine gefährlichen Spannungsunterschiede entstehen können. In Altbädern ist genau das oft der fehlende Baustein, und man sieht es nicht: Er liegt hinter den Fliesen.

Bei der Auswahl der Bauteile zählt die Schutzart, also die Angabe, wie gut ein Gerät gegen Feuchtigkeit und Fremdkörper geschützt ist. Eine Leuchte für den Wohnraum gehört nicht über die Dusche, auch wenn sie passt. Fragen Sie im Zweifel nach, bevor Sie kaufen, denn die Angabe steht im Datenblatt und nicht auf der Verpackung im Regal.

Was Sie im Bad planen sollten

  • Steckdosen am Waschbecken, seitlich und in erreichbarer Höhe
  • Ein Punkt für die elektrische Zahnbürste im Spiegelschrank
  • Anschluss für Spiegelleuchte oder beleuchteten Spiegelschrank
  • Anschluss für den Handtuchheizkörper
  • Anschluss für die Lüftung, gegebenenfalls mit Nachlauf
  • Vorbereitung für eine Fußbodenheizung, auch wenn sie später kommt
  • Getrennte Schaltung von Grundlicht und Spiegellicht

Licht im Bad

Ein einzelner Deckenauslass in der Raummitte ist die häufigste und schwächste Lösung: Er wirft den Schatten genau dorthin, wo Sie sehen wollen, nämlich ins Gesicht am Spiegel. Besser ist die Trennung in ein Grundlicht und ein Licht am Spiegel, das von der Seite kommt. Dazu ein gedämpftes Licht für den Abend, wenn nachts jemand hineingeht.

Die Lichtfarbe verdient im Bad besondere Aufmerksamkeit, weil hier Menschen sich schminken und rasieren. Eine neutrale Lichtfarbe am Spiegel und ein wärmeres Licht im Raum ist eine bewährte Kombination.

Altbad und Sanierung

Bei einer Badsanierung ist die Elektrik oft der Teil, an den zuletzt gedacht wird, obwohl er zuerst dran ist: Die Leitungen liegen unter den Fliesen, und die Fliesen kommen erst zum Schluss. Wenn Sie das Bad ohnehin öffnen, ist es der einzige günstige Moment für alles, was Sie in den nächsten Jahrzehnten darin haben wollen. Prüfen lassen sollten Sie dabei auch, ob Schutzleiter und Potentialausgleich vorhanden sind.

Fazit

Im Bad bestimmt der Abstand zum Wasser, was zulässig ist. Planen Sie Elektrik und Sanitär gemeinsam, achten Sie auf Schutzart und Potentialausgleich, und trennen Sie Grundlicht und Spiegellicht. Und wenn die Fliesen ohnehin abkommen, klären Sie den Zustand der Leitungen gleich mit.

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