Elektrosanierung im bewohnten Haus: Ablauf, Staub und Etappen
Eine Elektrosanierung im bewohnten Haus wird in Etappen ausgeführt, nicht in einem Zug. Üblich ist ein raumweises oder bereichsweises Vorgehen: Erst wird die neue Verteilung aufgebaut, dann werden Bereich für Bereich neue Leitungen gelegt und auf die neue Verteilung umgeklemmt. So bleibt der Rest des Hauses in Betrieb, und Sie können darin wohnen. Der Preis dafür ist eine längere Bauzeit.
Die Reihenfolge bestimmt den Aufwand
Am Anfang steht fast immer der Zählerschrank oder die Hauptverteilung, denn erst danach gibt es einen Ort, an dem neue Stromkreise ankommen können. Danach folgen die Steigleitungen, dann die einzelnen Bereiche. Diese Reihenfolge ist keine Vorliebe des Betriebs, sondern Technik: Andersherum müsste zweimal gearbeitet werden.
Sinnvoll ist, die Bereiche nach Lebensrhythmus zu ordnen. Räume, die Sie zum Wohnen brauchen, kommen zuletzt oder werden übergangsweise versorgt. Küche und Bad wollen gut geplant sein, weil ein Ausfall dort den Alltag am stärksten trifft. Sprechen Sie diese Reihenfolge vor Beginn durch und lassen Sie sie schriftlich festhalten.
Staub ist das eigentliche Thema
Wer noch nie eine Wand hat schlitzen sehen, unterschätzt den Staub. Er ist fein, er hängt lange in der Luft, und er verteilt sich über die ganze Wohnung, wenn nichts dagegen getan wird. Fachbetriebe arbeiten mit Absaugung an der Maschine, das reduziert ihn deutlich, beseitigt ihn aber nicht.
Verlangen Sie Staubschutztüren zu den nicht betroffenen Bereichen und decken Sie Möbel und Böden ab. Kleiderschränke sollten geschlossen bleiben, Elektronik gehört abgedeckt oder aus dem Raum. Wenn im Haus jemand mit Atemwegsbeschwerden lebt, sprechen Sie das an, bevor die erste Maschine läuft.
- Staubschutztüren zwischen Baustelle und Wohnbereich
- Absaugung direkt an der Maschine
- Abgedeckte Möbel, geräumte Wände
- Feste Wege für Material und Bauschutt
- Tägliche Grobreinigung statt Endreinigung am Schluss
Stromunterbrechungen planen
Es wird Tage geben, an denen ganze Bereiche stromlos sind, und mindestens einen, an dem das ganze Haus abgeschaltet wird. Klären Sie vorher, wann das ist. Denken Sie an Kühlgerät und Gefriertruhe, an die Heizung, die meistens Strom braucht, um zu laufen, an Router und Arbeitsplatz. Für einzelne Geräte lässt sich eine Zwischenversorgung legen; das ist Verhandlungssache und sollte im Angebot stehen.
Wenn Sie im Homeoffice arbeiten, planen Sie diese Tage anders. Und wenn Sie Medizintechnik nutzen, die Strom braucht, sagen Sie es beim ersten Gespräch. Solche Punkte lassen sich lösen, aber nur, wenn sie bekannt sind.
Wann Ausziehen die günstigere Lösung ist
Rechnen Sie ehrlich: Eine Sanierung in der leeren Wohnung geht deutlich schneller, weil niemand Rücksicht nehmen muss, Wände frei sind und ohne Unterbrechung gearbeitet werden kann. Wenn Sie eine Ausweichmöglichkeit haben, kann der Auszug auf Zeit unter dem Strich günstiger sein, als er zunächst wirkt, und er ist deutlich weniger anstrengend.
Bei einer Kernsanierung ist Wohnen ohnehin meist nicht möglich. Die Frage stellt sich vor allem bei der Teilsanierung, und dort lohnt sie sich.
Was Sie festhalten sollten
Sobald die Wände offen sind, entsteht das wichtigste Dokument Ihres Hauses: Fotografieren Sie jede offene Wand vor dem Verschließen, mit einem Maßstab im Bild, etwa einem Zollstock. Wer später ein Regal aufhängt, weiß dann, wo die Leitung liegt. Diese Fotos kosten nichts und ersparen Ihnen irgendwann einen teuren Moment.
Fazit
Im bewohnten Haus wird in Etappen gearbeitet, und der Erfolg hängt an der Reihenfolge und am Staubschutz. Klären Sie vorher, wann welcher Bereich stromlos ist, verlangen Sie Staubschutztüren, und fotografieren Sie die offenen Wände. Wenn Sie ausweichen können, prüfen Sie den Auszug auf Zeit ernsthaft.