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Typische Fehler bei Elektroprojekten und wie Sie sie vermeiden

Die teuersten Fehler bei Elektroprojekten passieren nicht bei der Ausführung, sondern in der Planung, und meistens bestehen sie darin, zu knapp zu denken. Zu wenige Steckdosen, keine Reserve in der Verteilung, kein Leerrohr, kein Gedanke an das, was in einigen Jahren dazukommt. Alles davon lässt sich im Rohbau fast kostenlos vermeiden und später nur mit Stemmarbeiten korrigieren.

Zu spät an die Elektrik denken

In vielen Bauvorhaben kommt die Elektroplanung erst, wenn die Wände stehen. Dann ist der Spielraum weg: Leitungswege sind vorgegeben, Durchbrüche müssen nachträglich gebohrt werden, und die Kücheninsel steht auf einer Bodenplatte ohne Zuleitung. Die Elektroplanung gehört an den Anfang, gemeinsam mit der Möblierungsplanung, nicht ans Ende.

Ähnliches gilt für Sanierungen. Wer die Wände ohnehin offen hat, sollte die Elektrik gleich miterledigen, auch wenn sie noch funktioniert. Dieselbe Wand ein zweites Mal zu öffnen ist der teuerste Weg zu einer Steckdose.

Zu knapp bemessen

Der Klassiker ist die Zahl der Steckdosen. Fast niemand hat später zu viele, sehr viele haben zu wenige, und die Folge sind Mehrfachsteckdosen und Verlängerungen quer durch den Raum. Gehen Sie beim Planen von der fertigen Einrichtung aus und ergänzen Sie an jeder Wand einen Punkt mehr, als Sie für nötig halten.

Ebenso häufig: zu wenige Stromkreise. Wenn Küche, Wohnzimmer und Büro am selben Kreis hängen, fällt bei jeder Störung mehr aus als nötig, und beim Arbeiten an einem Raum wird der andere dunkel. Getrennte Kreise für stark belastete Bereiche sind kein Luxus, sondern Alltagstauglichkeit.

Keine Reserve vorsehen

Eine Verteilung, die randvoll ist, macht jede spätere Erweiterung teuer. Planen Sie Platz für zusätzliche Schutzschalter ein, auch wenn Sie ihn heute nicht brauchen. Dasselbe gilt für Leerrohre: Ein Rohr vom Keller ins Dachgeschoss und eines von der Verteilung nach draußen kosten im Rohbau wenig und sind später viel wert, wenn Wallbox, Photovoltaik oder Netzwerk dazukommen.

  • Platz in der Verteilung für weitere Schutzschalter
  • Leerrohre in die Bereiche, die später dazukommen könnten
  • Ein Leerrohr vom Zählerschrank zur Garage oder zum Stellplatz
  • Reserve bei der Zuleitung für den Fall steigender Leistung

Selbst machen, was man nicht selbst machen darf

Eine Leuchte anschließen wirkt harmlos, und viele tun es. Arbeiten an der festen Installation gehören dennoch in fachkundige Hände, und das nicht nur wegen der eigenen Sicherheit: Im Schadensfall stellt sich die Frage, wer gearbeitet hat, und die Antwort hat Folgen für den Versicherungsschutz. Wer selbst gebastelt hat, steht damit allein.

Das gilt verschärft am Zählerschrank. Die Plomben dürfen nicht von beliebiger Hand geöffnet werden, und ein unangemeldeter Eingriff dort ist kein Kavaliersdelikt.

Dokumentation vernachlässigen

Nach den Arbeiten liegt der Zettel irgendwo, der Plan wurde nie erstellt, die Verteilung ist handschriftlich beschriftet und nach dem nächsten Umbau falsch. Wer später bohrt, weiß nicht, wo die Leitung liegt. Bestehen Sie auf Prüfnachweis und Plan, und halten Sie fest, wo Leitungen verlaufen. Fotos der offenen Wände vor dem Verputzen sind das billigste Dokument, das Sie je anlegen werden.

Am falschen Ende sparen

Sparen lässt sich an sichtbaren Dingen: einfachere Schalter, schlichtere Leuchten, Aufputz im Keller. Nicht sparen sollten Sie an dem, was in der Wand verschwindet. Leitungsquerschnitt, Schutzeinrichtungen und Leerrohre lassen sich nicht nachrüsten, ohne die Wand wieder zu öffnen. Wer hier spart, zahlt zweimal.

Fazit

Fast alle typischen Fehler haben dieselbe Ursache: Es wurde vom Heute aus geplant, nicht vom Übermorgen. Planen Sie früh, planen Sie großzügiger, als es sich gerade nötig anfühlt, und lassen Sie Reserve. Was in der offenen Wand fast nichts kostet, kostet in der geschlossenen ein Vielfaches.

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