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Unterverteilung erweitern: Wenn im Sicherungskasten kein Platz mehr ist

Symbolbild Verteilerkasten mit Sicherungsautomaten

Wenn im Sicherungskasten kein Platz mehr ist, gibt es zwei Wege: Der vorhandene Verteiler wird gegen einen größeren getauscht, oder es kommt ein zusätzlicher Verteiler dort hinzu, wo der neue Bedarf entsteht. Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, wo die neuen Stromkreise gebraucht werden, wie die Zuleitung bemessen ist und ob am alten Standort überhaupt Raum für ein größeres Gehäuse ist.

Was eine Unterverteilung tut

Die Unterverteilung ist die Stelle, an der die ankommende Energie auf die einzelnen Stromkreise aufgeteilt und abgesichert wird. Hier sitzen die Leitungsschutzschalter, die Fehlerstromschutzschalter und je nach Anlage weitere Technik wie Überspannungsschutz, Schütze oder Steuerungen. Sie ist damit die Schnittstelle zwischen Hausanschluss und Alltag.

In größeren Gebäuden gibt es mehrere davon: eine je Wohnung, eine für den Keller, eine für die Garage. Das ist kein Aufwand, sondern Vernunft: Kurze Wege zwischen Verteiler und Verbraucher sparen Leitung, und wer an einem Bereich arbeitet, muss nicht das ganze Haus abschalten.

Tauschen oder ergänzen

Ein Tausch gegen ein größeres Gehäuse ist sinnvoll, wenn am selben Ort Platz ist und die neuen Stromkreise ohnehin von dort ausgehen. Der Vorteil: Alles bleibt an einer Stelle, übersichtlich und wartbar.

Ein zusätzlicher Verteiler lohnt, wenn der Bedarf räumlich entfernt entsteht, etwa in einer Garage, im ausgebauten Dachgeschoss oder in einer Werkstatt. Dann geht eine ausreichend bemessene Zuleitung dorthin, und vor Ort wird verteilt. Das spart viele einzelne lange Leitungen und schafft Reserve für später.

Gegen den zusätzlichen Verteiler spricht, dass die Übersicht leidet, wenn niemand dokumentiert, was wo hängt. Beschriftung und Plan sind hier keine Formsache.

Was vorher geprüft werden muss

Bevor erweitert wird, prüft der Betrieb, ob die Zuleitung zum Verteiler die zusätzliche Last trägt. Eine größere Verteilung an einer zu schwachen Zuleitung bringt nichts; dann muss zuerst die Zuleitung ertüchtigt werden, und das kann bis zum Zählerschrank zurückwirken. Aus diesem Grund fängt jede Erweiterung mit einem Blick nach oben in der Kette an, nicht nach unten.

Ebenfalls geprüft wird der Zustand der vorhandenen Schutztechnik. Wenn ohnehin geöffnet wird, ist das der Moment, fehlende Fehlerstromschutzschalter zu ergänzen oder eine veraltete Bestückung zu ersetzen. Ein zweiter Termin dafür wäre die teurere Lösung.

  • Trägt die Zuleitung die zusätzliche Last?
  • Ist am Standort Platz für ein größeres Gehäuse?
  • Wo entsteht der neue Bedarf räumlich?
  • Sind die Schutzeinrichtungen auf dem heutigen Stand?
  • Wird Reserve für künftige Stromkreise vorgesehen?

Reserve einplanen

Der häufigste Fehler bei Erweiterungen: Es wird genau so viel Platz geschaffen, wie heute gebraucht wird. Dann steht in wenigen Jahren dieselbe Frage wieder an, weil eine Wallbox, ein Speicher oder eine Wärmepumpe dazukommt. Planen Sie freie Plätze ein. Der Mehrpreis für ein größeres Gehäuse fällt gegenüber der Arbeitszeit kaum ins Gewicht, ein zweiter Umbau dagegen sehr.

Ablauf und Auswirkungen

Während der Arbeiten ist der betroffene Bereich stromlos, bei einem Tausch der Verteilung unter Umständen die ganze Wohnung oder das Haus. Danach wird die Anlage geprüft und die Verteilung beschriftet. Bestehen Sie auf einer verständlichen Beschriftung und einem Plan; Zettel mit handschriftlichen Kürzeln sind erfahrungsgemäß spätestens beim nächsten Umbau unbrauchbar.

Fazit

Ob getauscht oder ergänzt wird, entscheiden der Ort des Bedarfs und die Zuleitung. Prüfen Sie beides, bevor Sie über das Gehäuse reden, ergänzen Sie fehlende Schutztechnik im selben Zug und lassen Sie Reserve. Und bestehen Sie auf Beschriftung, denn die Verteilung ist nur so gut, wie sie lesbar ist.

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