Batteriespeicher nachrüsten: Was elektrisch dafür nötig ist
Einen Batteriespeicher können Sie in aller Regel nachrüsten. Wie aufwendig das wird, hängt vor allem an einer Frage: Ist der vorhandene Wechselrichter dafür vorbereitet oder nicht? Ist er es, kommt der Speicher dazu und wird eingebunden. Ist er es nicht, braucht es entweder ein zusätzliches Gerät oder einen Austausch, und dann reden wir über einen Eingriff in die gesamte Anlage.
Die Wechselrichterfrage
Es gibt Geräte, die von vornherein für einen Speicher ausgelegt sind und einen Anschluss dafür mitbringen. Bei ihnen ist die Nachrüstung überschaubar. Ältere Geräte kennen diese Funktion nicht. Dann wird der Speicher über ein eigenes Gerät eingebunden, das parallel arbeitet, oder der Wechselrichter wird getauscht. Beide Wege funktionieren, unterscheiden sich aber deutlich im Aufwand und in der Frage, wie gut die Anlage danach zusammenspielt.
Klären Sie deshalb zuerst, was Sie haben. Das Datenblatt Ihres Wechselrichters beantwortet die wichtigste Frage vor dem ersten Angebot, und der Fachbetrieb wird ohnehin danach fragen.
Aufstellort und Umgebung
Ein Speicher ist schwer, er braucht Platz an einer tragfähigen Wand oder auf dem Boden, und er mag weder Hitze noch Frost. Ein unbeheizter Dachboden ist deshalb ebenso ungeeignet wie ein feuchter Kellerraum. Übliche Orte sind Hauswirtschaftsraum, trockener Keller oder Garage, möglichst in der Nähe des Wechselrichters, damit die Leitungswege kurz bleiben.
Denken Sie an die Zugänglichkeit für Wartung und an die Frage, ob der Weg dorthin überhaupt für den Transport taugt. Ein Gerät dieser Größe wird nicht durch jede Kellertreppe getragen. Auch der Brandschutz und die Anforderungen an den Aufstellraum gehören besprochen; hierzu gibt der Fachbetrieb Auskunft, und die Herstellerangaben sind bindend.
- Ist der Wechselrichter für einen Speicher vorbereitet?
- Trockener, temperierter, zugänglicher Aufstellort
- Tragfähigkeit von Wand oder Boden
- Kurze Wege zwischen Speicher, Wechselrichter und Verteilung
- Messtechnik zur Erfassung von Erzeugung und Verbrauch
- Anmeldung beim Netzbetreiber und Registrierung
Notstrom ist nicht automatisch dabei
Ein weit verbreiteter Irrtum: Wer einen Speicher hat, hat bei einem Stromausfall noch Strom. Das stimmt nur, wenn die Anlage dafür ausgelegt ist. Standardmäßig trennt sich eine Anlage bei einem Netzausfall ab, und zwar aus gutem Grund: Sie darf nicht in ein Netz einspeisen, an dem jemand arbeitet. Der Speicher steht dann daneben und tut nichts.
Wollen Sie bei Netzausfall versorgt werden, braucht es eine entsprechende Funktion und eine Umschalteinrichtung. Dabei ist zu unterscheiden, ob nur einzelne Stromkreise versorgt werden sollen oder das ganze Haus, und ob die Versorgung unterbrechungsfrei sein muss. Jede Stufe bedeutet mehr Technik und mehr Aufwand in der Verteilung. Sagen Sie also frühzeitig, was Sie erwarten.
Steuerung und Zusammenspiel
Der Nutzen eines Speichers entsteht aus der Steuerung. Sie entscheidet, wann geladen und wann entnommen wird, und sie kann Wallbox und Wärmepumpe einbeziehen, damit möglichst viel eigener Strom im Haus bleibt. Damit das funktioniert, müssen die Geräte miteinander sprechen können. Wer Komponenten verschiedener Hersteller kombiniert, sollte vorher klären, ob das Zusammenspiel tatsächlich unterstützt wird, und sich das bestätigen lassen.
Fazit
Die entscheidende Frage ist der vorhandene Wechselrichter, danach kommen Aufstellort und Steuerung. Klären Sie vorher, ob Sie Notstrom wollen, denn er ist nicht selbstverständlich und muss vorbereitet werden. Und lassen Sie sich das Zusammenspiel der Komponenten bestätigen, bevor gekauft wird.