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FI-Schutzschalter nachrüsten: Wozu er dient und wo er fehlen darf

Der Fehlerstromschutzschalter, umgangssprachlich FI, vergleicht ständig den hin- und zurückfließenden Strom eines Stromkreises. Sobald ein Teil davon einen anderen Weg nimmt, etwa über einen Menschen oder eine feuchte Wand, schaltet er ab, und zwar so schnell, dass ein Stromschlag im Regelfall glimpflich ausgeht. Er ist damit die wirksamste einzelne Schutzeinrichtung im Haus, und in vielen älteren Anlagen fehlt er ganz oder deckt nur einen Teil ab.

Was der FI kann und was nicht

Wichtig ist die Abgrenzung: Der Fehlerstromschutzschalter schützt Menschen vor gefährlichen Fehlerströmen und wirkt zugleich gegen bestimmte Brandursachen. Er schützt aber nicht die Leitung vor Überlastung. Dafür ist der Leitungsschutzschalter zuständig, also die Sicherung. Beide sitzen nebeneinander in der Verteilung und erfüllen verschiedene Aufgaben; keiner ersetzt den anderen.

Ebenfalls kein Ersatz ist der FI für sorgfältige Installation. Er greift, wenn schon etwas schiefgegangen ist. Dass er auslöst, ist kein Betriebszustand, sondern ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt.

Wo er heute erwartet wird

Bei neuen Anlagen ist der Fehlerstromschutz für die Stromkreise, an denen im Alltag Geräte gesteckt werden, sowie für Feuchträume Stand der Technik. Auch Außensteckdosen und Stromkreise im Bad gehören dazu. Für bestehende Anlagen gilt in der Regel Bestandsschutz, solange nichts verändert wird. Sobald aber ein Stromkreis erneuert oder erweitert wird, ist der heutige Stand maßgeblich.

Praktisch heißt das: Wer im Altbau eine Steckdose ergänzen lässt, bekommt in vielen Fällen zugleich die Nachricht, dass die Schutzeinrichtung fehlt. Das ist keine Verkaufsmasche, sondern die Voraussetzung dafür, dass der geänderte Stromkreis zulässig ist.

So läuft die Nachrüstung

Ob eine Nachrüstung einfach oder aufwendig wird, entscheidet die vorhandene Installation. In einer Anlage mit modernem Leitungsaufbau lässt sich der Schutzschalter in der Verteilung ergänzen, sofern dort Platz ist. In alten Anlagen ohne durchgehenden Schutzleiter geht das nicht ohne Weiteres; dann steht die Frage im Raum, ob die betroffenen Stromkreise neu verlegt werden müssen.

Ein weiterer Punkt ist die Aufteilung. Hängt die ganze Wohnung an einem einzigen Schutzschalter, ist bei jeder Störung alles dunkel, auch der Kühlschrank. Sinnvoller ist, die Anlage auf mehrere Schutzschalter zu verteilen, sodass eine Störung nur den betroffenen Bereich abschaltet.

  • Prüfung, ob ein durchgehender Schutzleiter vorhanden ist
  • Prüfung des Platzes in der Verteilung
  • Aufteilung der Stromkreise auf mehrere Schutzschalter
  • Auswahl der Bauform je nach angeschlossener Technik
  • Messung und Dokumentation nach dem Einbau

Nicht jeder FI passt überall

Es gibt verschiedene Bauformen, und die Auswahl richtet sich nach dem, was am Stromkreis hängt. Geräte mit Frequenzumrichtern, Ladeeinrichtungen für Fahrzeuge oder Wechselrichter erzeugen Fehlerströme, die eine einfache Bauform nicht sicher erkennt. Deshalb ist bei Wallbox, Photovoltaik oder Wärmepumpe die Auswahl der Schutzeinrichtung eine Fachfrage und keine Katalogentscheidung.

Die Prüftaste ist für Sie da

Jeder Fehlerstromschutzschalter hat eine Prüftaste. Sie löst den Schalter mechanisch aus und zeigt, dass die Mechanik noch arbeitet. Diese Prüfung sollten Sie regelmäßig selbst durchführen, denn ein Schalter, der jahrelang nie bewegt wurde, kann festsitzen. Achten Sie darauf, dass Geräte, die einen Stromausfall schlecht vertragen, vorher gesichert sind.

Löst der Schalter beim Drücken nicht aus, ist das ein Fall für den Fachbetrieb. Löst er im Alltag ohne erkennbaren Grund aus, ebenfalls: Dann sucht die Anlage Ihnen bereits einen Fehler, den Sie noch nicht kennen.

Fazit

Der Fehlerstromschutzschalter ist die Schutzeinrichtung mit dem größten Nutzen pro Aufwand. Fehlt er, sollte die Nachrüstung geprüft werden, sobald ohnehin an der Anlage gearbeitet wird. Wichtig sind ein durchgehender Schutzleiter, eine sinnvolle Aufteilung und die passende Bauform. Und drücken Sie die Prüftaste, sie ist genau dafür da.

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