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Smart Home: Funk oder Kabel und was der Elektriker vorbereiten muss

Symbolbild Kabeltrassen unter der Decke

Die Grundsatzfrage lautet nicht, welches System das beste ist, sondern wann Sie bauen. Wer einen Rohbau vor sich hat, sollte kabelgebunden planen: Ein Bussystem ist unabhängig von Funkstrecken und Batterien und hält so lange wie die Installation selbst. Wer im fertigen Haus nachrüstet, kommt an Funk kaum vorbei, und das ist völlig in Ordnung, solange man die Grenzen kennt.

Was ein Bussystem anders macht

Bei einer klassischen Installation entscheidet die Verdrahtung, was passiert: Der Schalter hängt an der Leuchte, und was er tut, ist damit festgelegt. Bei einem Bussystem wird eine zusätzliche Steuerleitung durchs Haus geführt, an der alle Bedienstellen und Aktoren hängen. Was welcher Taster tut, wird nicht verdrahtet, sondern eingestellt. Damit können Sie Jahre später eine Funktion ändern, ohne eine Wand zu öffnen.

Der Preis dafür ist Vorlauf. Die Steuerleitung muss im Rohbau mitverlegt werden, die Aktoren brauchen Platz in der Verteilung, und die Anlage muss von jemandem eingerichtet werden, der das System beherrscht. Diese Einrichtung ist Fachwissen und kein Wochenendprojekt, und es lohnt sich, vorher zu fragen, wer die Anlage später betreut.

Wo Funk seine Berechtigung hat

Funksysteme brauchen keine neue Leitung und sind deshalb im Bestand oft der einzige praktikable Weg. Sie eignen sich gut für Nachrüstungen einzelner Funktionen: Licht schalten, Heizkörper regeln, Rollläden bedienen. Ihre Schwächen zeigen sich im Betrieb: Batterien wollen gewechselt werden, Funkstrecken werden von Wänden gedämpft, und die Zuverlässigkeit ist nicht die einer Leitung.

Der wichtigere Punkt ist die Abhängigkeit vom Hersteller. Wenn ein Anbieter das System einstellt oder eine Cloud abschaltet, kann das Gerät an der Wand seine Funktion verlieren, obwohl es technisch heil ist. Fragen Sie deshalb, ob das System auch ohne Internetverbindung läuft. Ein Lichtschalter, der eine Serververbindung braucht, ist ein Lichtschalter mit einem Risiko.

Was sich sinnvoll automatisieren lässt

Der Nutzen entsteht nicht durch Fernsteuerung, sondern durch Vorgänge, die von selbst ablaufen und die Sie sonst vergessen würden.

  • Beschattung, die bei Sonne selbst herunterfährt
  • Licht, das im Flur nachts gedämpft angeht
  • Heizung, die pro Raum und nach Anwesenheit arbeitet
  • Anwesenheitssimulation während der Abwesenheit
  • Zentrales Ausschalten beim Verlassen des Hauses
  • Ladesteuerung, die den eigenen Solarstrom bevorzugt

Alles davon geht mit Kabel wie mit Funk. Der Unterschied liegt in der Zuverlässigkeit und in der Frage, ob die Anlage in zehn Jahren noch tut, was sie soll.

Was der Elektrobetrieb vorbereiten muss

Selbst wenn Sie sich noch nicht entschieden haben, lässt sich vorbereiten. Eine mitverlegte Steuerleitung zu den Bedienstellen kostet im Rohbau wenig und macht ein Bussystem später möglich. Ebenso wichtig sind Platz in der Verteilung für Aktoren, ein Netzwerkanschluss dort und Leerrohre zu den Stellen, an denen später Technik sitzen könnte.

Denken Sie auch an das Netzwerk selbst. Viele Funktionen laufen über Datenleitungen, und eine feste Leitung an den wichtigen Stellen ist jedem Funknetz überlegen. Wo eine Steckdose gesetzt wird, ist eine Netzwerkdose daneben ein kleiner Zusatz mit langer Wirkung.

Die Frage nach dem Danach

Ein Punkt, der selten gestellt wird und der wichtigste ist: Wer betreut die Anlage, wenn der Betrieb, der sie eingerichtet hat, nicht mehr erreichbar ist? Bestehen Sie darauf, dass die Konfiguration dokumentiert und Ihnen ausgehändigt wird. Ohne diese Daten ist die Anlage für jeden Nachfolger eine Blackbox, und im Zweifel wird sie ausgebaut statt geändert.

Fazit

Im Rohbau planen Sie kabelgebunden, im Bestand nehmen Sie Funk. Legen Sie in jedem Fall die Steuerleitung und die Leerrohre mit, halten Sie Platz in der Verteilung frei und achten Sie darauf, dass das System ohne Internet funktioniert. Und lassen Sie sich die Konfiguration aushändigen, bevor Sie sie brauchen.

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