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Was Elektroarbeiten teuer oder günstig macht

Was Elektroarbeiten kostet, entscheidet sich weniger am Material als am Aufwand, es an seinen Platz zu bringen. Die größten Hebel sind die Zugänglichkeit, der Zustand der vorhandenen Anlage, die Länge und Führung der Leitungswege und die Frage, ob unter oder auf Putz gearbeitet wird. Dieselbe Steckdose kann deshalb im Rohbau ein Handgriff sein und im bewohnten Altbau ein halber Tag.

Zugänglichkeit schlägt alles

Der größte Kostentreiber ist die Frage, wie leicht die Leitung an ihren Platz kommt. Im Rohbau liegen die Wände offen, die Leitung wird eingelegt, fertig. Im bewohnten Bestand muss geschlitzt, gesaugt, verlegt, verputzt und gestrichen werden, und die Möbel müssen weg. Der reine Elektroanteil ist in beiden Fällen ähnlich, der Gesamtaufwand nicht.

Ähnlich wirkt die Bausubstanz. Weicher Kalkputz lässt sich anders bearbeiten als Stahlbeton, und in einem Fachwerk oder in Trockenbauwänden gelten wieder andere Regeln. Auch Deckenhöhe, Geschosszahl und die Frage, ob es einen Kabelschacht gibt, schlagen durch.

Der Zustand der vorhandenen Anlage

Oft ist nicht die gewünschte Maßnahme teuer, sondern das, was sie auslöst. Wer eine Wallbox will, aber einen alten Zählerschrank ohne Platzreserve hat, zahlt vor allem für den Umbau des Zählerschranks. Wer eine Steckdose im Bad wünscht, aber keinen passenden Schutzschalter im Stromkreis hat, braucht zuerst die Schutzeinrichtung. Solche Folgearbeiten sind kein Verkaufstrick, sondern die Voraussetzung dafür, dass die neue Anlage zulässig ist.

Ebenso relevant ist die Reserve in der Verteilung. Ist noch Platz für weitere Schutzschalter, ist eine Erweiterung günstig. Ist die Verteilung voll, kommt ein neuer Verteiler dazu, und der Aufwand vervielfacht sich.

Leitungswege und Ausführung

Jeder Meter Leitung will verlegt werden, aber die Länge allein sagt wenig. Entscheidend ist, wie oft der Weg das Geschoss wechselt, wie viele Durchbrüche nötig sind und ob es einen vorhandenen Schacht gibt. Ein langer Weg im Leerrohr durch einen bestehenden Schacht ist günstiger als ein kurzer Weg quer durch tragende Wände.

Die Ausführungsart wirkt in dieselbe Richtung. Aufputz ist deutlich schneller und wird in Kellern, Garagen und Werkstätten meist bewusst gewählt. Unterputz sieht besser aus und kostet entsprechend mehr Arbeit. Zwischen beidem liegen Kabelkanäle und Sockelleistensysteme, die gerade in Büros oft der pragmatische Kompromiss sind.

Weitere Faktoren, die häufig unterschätzt werden

  • Materialqualität: Schalterprogramme und Leuchten reichen von einfach bis gehoben
  • Terminlage: Notdienst und Wochenendarbeit werden anders berechnet als geplante Termine
  • Etappen: Mehrere Anfahrten für denselben Auftrag kosten mehr als ein Durchgang
  • Nebengewerke: Verputzen, Streichen, Trockenbau, Entsorgung
  • Anmeldungen und Prüfungen bei Anlagen, die ans Netz gehen
  • Dokumentation bei größeren Anlagen

Wo Sie sinnvoll sparen und wo nicht

Sinnvoll sparen lässt sich bei der Ausführung in Nebenräumen, bei der Materialauswahl sichtbarer Bauteile und dadurch, dass Sie mehrere Arbeiten bündeln, statt den Betrieb dreimal kommen zu lassen. Auch Eigenleistung bei Nebenarbeiten hilft: Möbel räumen, Böden abdecken, nach dem Schlitzen selbst verputzen und streichen.

Nicht sparen sollten Sie an Schutzeinrichtungen, an der Bemessung von Leitungen und an der Reserve für später. Ein Leerrohr kostet im Rohbau fast nichts und spart später das Aufstemmen einer fertigen Wand. Wer beim Querschnitt spart, muss beim nächsten Gerät neu verlegen.

Fazit

Der Preis entsteht aus Zugänglichkeit, Zustand, Weg und Ausführung. Wer verstehen will, warum ein Angebot ausfällt, wie es ausfällt, sollte nach diesen vier Punkten fragen. Und wer günstig bauen will, plant früh: In der offenen Wand ist fast alles billig, in der fertigen fast nichts.

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