Photovoltaik: Welche Elektroarbeiten wirklich dazugehören
Bei einer Photovoltaikanlage sieht man die Module, aber die eigentliche Arbeit steckt im Haus. Dazu gehören der Standort des Wechselrichters, der Leitungsweg vom Dach dorthin, der Anschluss an den Zählerschrank, die passende Schutztechnik, der Zählerplatz für die Einspeisung und die Anmeldung beim Netzbetreiber. In vielen Bestandsgebäuden ist genau der Zählerplatz der Engpass, an dem sich der Aufwand entscheidet.
Vom Dach in den Keller
Die Module auf dem Dach werden zu Strängen verschaltet und über eine Leitung zum Wechselrichter geführt, der den erzeugten Strom in eine Form bringt, die im Hausnetz nutzbar ist. Der Weg dorthin führt meist vom Dachboden durch das Haus, und wenn kein Schacht oder Leerrohr vorhanden ist, muss einer geschaffen werden. Genau hier liegt einer der häufigsten Mehraufwände, mit denen niemand gerechnet hat.
Der Wechselrichter braucht einen Platz, an dem er kühl bleibt, zugänglich ist und niemanden stört. Er erzeugt im Betrieb Geräusche und Abwärme, deshalb ist die Wand neben dem Schlafzimmer keine gute Idee. Übliche Orte sind Keller, Hauswirtschaftsraum oder Garage.
Zählerschrank und Zählerplatz
Wer Strom einspeist, braucht einen Zähler, der in beide Richtungen misst, und einen Zählerplatz, der dem heutigen Aufbau entspricht. Alte Schränke bieten dafür oft weder Platz noch die vorgeschriebenen Bereiche. Dann steht vor der Photovoltaik der Umbau des Zählerschranks, und der ist nicht selten der größere Posten. Lassen Sie den Schrank deshalb prüfen, bevor Sie die Anlage bestellen, nicht danach.
Dazu kommt Schutztechnik. Wechselrichter erzeugen Fehlerströme, die eine einfache Bauform des Fehlerstromschutzschalters nicht sicher erkennt, und die Anlage braucht eine Einrichtung, die sie bei einer Netzstörung sicher trennt. Auch Überspannungsschutz ist bei einer Anlage auf dem Dach ein ernstes Thema, denn die Leitung führt vom höchsten Punkt des Hauses ins Innere.
- Prüfung von Zählerschrank und Hausanschluss
- Standort des Wechselrichters und Leitungsweg vom Dach
- Passende Schutz- und Trenneinrichtungen
- Überspannungsschutz auf der Gleich- und der Wechselstromseite
- Zähler für Bezug und Einspeisung
- Anmeldung beim Netzbetreiber und Registrierung der Anlage
- Prüfung, Inbetriebnahme, Dokumentation
Anmeldung und Registrierung
Eine Photovoltaikanlage wird beim Netzbetreiber angemeldet, und die Anmeldung erfolgt durch einen Betrieb, der dort eingetragen ist. Zusätzlich ist die Anlage in das dafür vorgesehene Register einzutragen; das ist eine Pflicht und keine Formalie. Fragen Sie im Angebot nach, wer welchen Teil übernimmt, denn hier fällt gelegentlich etwas zwischen die Beteiligten.
Rechnen Sie außerdem mit Wartezeit. Zwischen fertiger Anlage und Freigabe zum Betrieb liegt die Bearbeitung durch den Netzbetreiber und meistens ein Zählerwechsel. Wer diese Zeit einplant, ärgert sich weniger.
Wenn Anlage und Elektrik aus verschiedenen Händen kommen
Häufig kommt die Anlage von einem Anbieter und die Elektroarbeiten von einem anderen. Das kann gut funktionieren, verlangt aber klare Schnittstellen. Klären Sie schriftlich, wer den Wechselrichter setzt, wer die Leitung ins Haus führt, wer am Zählerschrank arbeitet, wer anmeldet und wer am Ende die Anlage prüft. Ungeklärte Schnittstellen sind der häufigste Grund, warum eine fertige Anlage wochenlang nicht läuft.
An morgen denken
Auch wenn Sie heute keinen Speicher wollen: Halten Sie Platz frei und legen Sie die Leitungen so, dass ein Speicher später ohne Umbau ergänzt werden kann. Dasselbe gilt für die Wallbox. Wer beides von Anfang an mitdenkt, spart sich die zweite Baustelle im selben Raum.
Fazit
Die Module sind der einfache Teil. Entscheidend sind Zählerschrank, Leitungsweg, Schutztechnik und Anmeldung. Lassen Sie den Zählerplatz prüfen, bevor Sie bestellen, klären Sie die Schnittstellen schriftlich, und halten Sie Platz für Speicher und Wallbox frei.